Home / Ergometer Heimtrainer / Sportstech ES400 Heimtrainer unter die Lupe und Vergleich mit ESX500

Sportstech ES400 Heimtrainer unter die Lupe und Vergleich mit ESX500

 

Das Sportstech ES400 ist ein einfach gehaltener und günstiger Heimtrainer, der von der InnovaMaxx GmbH speziell für das Ausdauertraining zu Hause entwickelt wurde. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und wurde von den Zeitschriften Focus und Financial Times im Jahr 2017 zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland und Europa eingestuft.

Unauffälliges Design und tiefer Einstieg

Das ES400 ist ansprechend und funktional gestaltet, sodass es sich auch im Wohnbereich optisch gut einfügt. In Grautönen gehalten und mit schwarzen Kontrasten versehen wirkt es edel und unauffällig. Mit den platzsparenden Abmessungen von 98 x 46 x 133 cm (L x B x H) findet sich leicht ein geeigneter Platz zum Trainieren. Der vordere Standfuß ist mit zwei praktischen, integrierten Transportrollen versehen, mit denen das ES400 auch ohne großen Kraftaufwand verschoben werden kann, trotz der 24 Kilogramm Eigengewicht. Aufgrund des tiefen Einstiegs, spricht das Design unter anderem die Zielgruppe Senioren an, denn dieser ermöglicht älteren Menschen das einfache Auf- und Absteigen, ohne das Bein hoch anheben zu müssen.



Wartungsfreie Technik

Bei der Konstruktion des ES400 wurde offensichtlich auf Langlebigkeit Wert gelegt, was sich insbesondere an der Auswahl der beweglichen Komponenten bemerkbar macht: Das dreiteilige Tretlager und das geschlossene Kugellager sind wartungsfrei und verschleißarm, sodass der Heimtrainer auch auf lange Sicht ein gleichbleibend gutes Fahrgefühl verspricht.

Die Schwungmasse ist mit 10 kg ausreichend groß für den nicht-professionellen Einsatz bemessen. Allerdings ist diese im Vergleich zu vergleichbaren Geräten, wie z.B. dem AsVIVA Ergometer H22 oder dem Skandika Morpheus etwas niedrig (dieser besitzt eine Schwungmasse von 12 kg), was sich im Allgemeinen in einem unrunderen Lauf bei höheren Widerstandsstufen äußert.

Ausreichende Einstellmöglichkeiten

Der Sattel des ES400 ist auf 9 Stufen um jeweils 3 cm in der Höhe verstellbar. Damit ergibt sich zwischen Sattel und durchgetretenes Pedal ein Abstand von ca. 53 bis 80 cm und zwischen Sattel und Lenker ein Abstand von 78 cm bis 87 cm. Horizontal kann der Sattel auf einer Gleitschiene um knapp 7 cm verschoben werden. So finden die meisten Anwender mit einer Körpergröße zwischen 150 und 185 cm eine ordentliche Sitzposition. Optimal wäre jedoch die Nutzung von Personen unter 175 cm Körpergröße. Der Lenker des ES400 ist in der Neigung verstellbar und bietet verschiedene Griffpositionen. Allerdings kann der Bereich unterhalb der Pulssensoren für eine eher sportliche Sitzhaltung nicht genutzt werden, da der Lenker hier eine ungünstige Form aufweist und das Display im Weg ist. Die Pedale sind mit verstellbaren Riemen ausgestattet, die den Füßen während des Trainings sicheren Halt geben.

Gut ablesbare Konsole

Das 5.5 Zoll große Display zeigt wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, Fahrzeit, zurückgelegte Kilometer, verbrauchte Kalorien, Gesamtkilometer und die Herzfrequenz an. Die Energie für den Betrieb der Konsole liefern zwei Batterien. Sobald die Pedale bewegt werden oder eine der drei Bedientasten gedrückt wird, schaltet sich das Display automatisch ein. Wird der Heimtrainer nicht benutzt, schaltet sich die Konsole nach vier Minuten selbständig ab bzw. geht in den Ruhemodus.

Bedienung und Einstellung des Computers

Die Bedienung der Konsole ist sehr einfach gestaltet: Über die drei Tasten „Reset“, „Modus“ und „Set“ können alle Einstellungen bedient werden. Mit der Modus-Taste schaltet man im Display zwischen den verschiedenen Anzeigen um und wählt so die gewünschte Information aus. Bei kurzem Druck auf die Reset-Taste wird dieser Wert auf null zurückgesetzt. Bei längerem Druck (2-3 Sekunden) werden alle Werte zurückgesetzt. Über die Set-Taste können Trainingsziele eingegeben werden, wie beispielsweise die Trainingszeit, die zu fahrenden Kilometer oder den gewünschten Kalorienverbrauch. Während des Trainings zählt der Computer rückwärts, bis das Ziel erreicht ist. Dann ertönt ein akustisches Signal. Wenn kein Zielwert eingegeben wurde, werden die Werte aufwärts gezählt.

Der Tretwiderstand wird nicht per Tastendruck, sondern über einen Drehknopf am Lenkerrohr manuell gewählt. Dabei stehen acht Stufen von sehr leicht bis schwer zur Auswahl. Erzeugt wird der Widerstand von einer zuverlässig arbeitenden Magnetbremse.

Um einen zu hohen Trainingspuls zu vermeiden, kann über die Set-Taste auch ein Maximalwert für die Herzfrequenz eingegeben werden. Wird dieser Wert überschritten, ertönt ein Alarm. Am Lenker sind bereits Pulssensoren integriert und die Herzfrequenz kann somit über das Display bequem kontrolliert werden.

Fitness App kompatibel



Über Bluetooth kann optional ein Tablet oder ein Smartphone mit dem ES400 verbunden werden. Eine entsprechende Halterung ist an der Konsole dafür vorgesehen. Die kostenlos erhältliche Fitness Data App zeigt die Trainingsergebnisse während der Benutzung übersichtlich auf dem Mobilgerät an und erlaubt, im Gegensatz zum Heimtrainer selbst, auch eine Speicherung der Werte. Das ES400 kann nicht über die App gesteuert werden, da es nur über eine manuelle Widerstandsverstellung verfügt. Will man also eine Strecke auf Google Maps/Streetview befahren mit entsprechender Änderung des Belastungslevels bei Bergauf und Bergab, sollte man sich besser nach einem anderen Heimtrainer umsehen, wie z.B. das SportPlus Ergometer SP-HT-9600-iE.

Magnet-Bremssystem für einen leisen Antrieb

Damit der Heimtrainer beim Training zu Hause nicht negativ durch laute Geräuschentwicklung auffällt, ist er mit einem Magnet-Widerstand versehen, der berührungsfrei arbeitet.

Aufbau des ES400

Das ES400 muss vor der Erstinbetriebnahme montiert werden. Die Montage dauert je nach handwerklichem Geschick zwischen ca. 30  und 50 Minuten und ist ohne besondere Vorkenntnisse machbar. Ein einfaches Werkzeug wird dafür mitgeliefert. Die Aufbauanleitung ist gut verständlich. Außerdem gelangt man über einen QR-Code direkt zu einem ergänzenden Video, das die einzelnen Montageschritte im Detail erklärt.

Schwachstellen

  • Sattel nicht in der Neigung verstellbar: Leider kann der Sattel nicht in der Neigung verstellt werden. Auch ein Austausch des Sattels gegen einen normalen Fahrradsattel ist aufgrund der Dreipunktaufnahme nicht möglich.
  • Maximaler Widerstand zu schwach: Wer mit hohen Widerständen als austrainierter Leistungssportler oder ambitionierte Sportler trainieren möchte, wird bei diesem Modell enttäuscht sein, denn die höchste der wenigen 8 Stufen ist schwach für ein herausforderndes oder professionelles Training.
  • Kein leistungsgesteuertes Training möglich: Genau genommen ist der Sportstech ES400 kein Ergometer, sondern ein Heimtrainer, da er nicht der Gerätenorm DIN EN 957-1/5 entspricht. Er besitzt keine Leistungsanzeige und kein drehzahlunabhängiges Programm mit Leistungssteuerung und kann somit nicht für therapeutische Zwecke genutzt werden. Für ein Training mit reproduzierbarer Leistung empfehlen wir den Sportstech Ergometer ESX500 oder das Finnlo Ergometer Varon Stressless.
  • Schlecht für Cardio-Training geeignet: Für das Cardio-Training eignet sich der Sportstech Heimtrainer auch eher schlecht: da der Tretwiderstand manuell eingestellt werden muss und nicht programmgesteuert veränderbar ist, muss der Benutzer seinen Puls selbst im Blick behalten und die Widerstandsstufe über das Drehrad ständig selbst anpassen, um Überbelastungen vorzubeugen. Besser wären in diesem Zusammenhang pulsgesteuerte Programme wie beim ESX500 Modell.
  • Pulsmessung via Brustgurt nicht möglich: Zu der fehlenden Pulssteuerung kommt noch die ungenauere Pulsmessung per Handsensoren im Vergleich zu einem Brustgurt hinzu. Die Pulsmessung am ES400 kann nicht optional mit einem Brustgurt kombiniert werden und eine Kopplung der Anzeige via Bluetooth-Funktion ist nicht vorgesehen.
  • Keine Anzeige der Trittfrequenz: Für Menschen, die ein Reha-Training machen wollen, wäre es interessant zu wissen, wie hoch die eigene Trittfrequenz ist. Denn die Gelenke werden bei hohen Drehzahlen weniger belastet. Leider fehlt die Anzeige der Trittfrequenz beim ES400.
  • Tablet nur hochkant nutzbar: Des Weiteren wird die Aufnahme für das Tablet am Display bemängelt. Es kann nur hochkant genutzt werden.
  • Verlust der Werte nach Batteriewechsel: Als störend kann auch empfunden werden, dass alle in der Bedieneinheit gespeicherten Werte beim Batteriewechsel verloren gehen. Eine kurzzeitige Memoryfunktion, wie das beispielsweise bei Fahrradcomputern längst Stand der Technik ist, könnte Einstellarbeit nach dem Batteriewechsel ersparen.

Vergleich Sportstech ES400 vs. Sportstech ESX500

Das ebenfalls von der InnovaMaxx GmbH hergestellte Ergometer Sportstech ESX500 liegt preislich zwar etwas höher, bietet dafür aber auch einige lohnende Extras. Der ESX500 ist bei gleichem zulässigem Nutzergewicht stabiler gebaut. Außerdem lässt es wesentlich mehr Möglichkeiten bei der Sitzposition zu. Der Lenker ist auf allen Griffpositionen tatsächlich nutzbar, sodass man hier leichter eine ergonomisch günstige Einstellung findet. Auch bei der Schwungmasse punktet das Ergometer mit 2 kg mehr Gewicht. Allerdings ist der Einstieg beim ESX500 etwas höher als beim ES400.

Der technisch sicherlich wichtigste Unterschied liegt allerdings in der Steuerung. Während beim ES400 der Widerstand manuell eingestellt und dabei die Herzfrequenz selbst berücksichtigt werden muss, ist der ESX500 mit einer elektronischen Steuerung ausgestattet. Das ermöglicht die Nutzung von 12 Trainingsprofilen wie Berg und Intervall, 4 Cardioprogrammen und eines Watt-Programms. Die Steuerung passt bei den Cardioprogrammen kontinuierlich den Tretwiderstand automatisch an, damit stets ein Training im richtigen Pulsbereich gewährleistet bleibt. Zudem ist bei dem ESX500 Modell eine genauere Pulsmessung via Brustgurt möglich.

Der Widerstand kann bei dem ESX500 viel feiner in 16 Stufen eingestellt werden, anstatt in 8, und der maximale Widerstand liegt bei starken 350 Watt. Außerdem zeigt der Computer des ESX500 auch die Trittfrequenz an und kann somit ein gelenkschonenderes Training liefern. Die App des ESX500 Ergometers bietet  keine großartig interessante Feautures gegenüber der App des ES400 Heimtrainers.

Insgesamt gesehen sind die ca. 90-100 Euro Differenz zum hochwertigeren ESX500 Modell im Hinblick auf die Stabilität, auf das pulsgesteuerte und wattgesteuerte Training mit genauer Leistungs- und Pulsanzeige und auf die Trittfrequenz-Anzeige gut investiert im Vergleich zu dem ES400.

Fazit

Das ES400 ist ein günstiges und einfach zu bedienendes Heimtrainer-Fahrrad für Anfänger, Senioren und Gelegenheitssportler. Besonders positiv zu erwähnen ist der geringe Platzbedarf, der tiefe Einstieg und der sehr leise Betrieb. Allerdings ist der Heimtrainer nur eingeschränkt für große und schwere Nutzer zu empfehlen. Ideale Zielgruppe sind Menschen unter 175 cm Körpergröße und unter 100 kg Körpergewicht. Wer mit vorgegebenen Trainingsprogrammen trainieren will oder seine Herzfrequenz computergesteuert überwachen möchte, oder ein leistungsgesteuertes Training absolvieren will, sollte auf ein richtiges Ergometer wie das Sportstech ESX500 zurückgreifen. Weitere empfehlenswerte Ergometer finden Sie auch auf unsere Ergometer Test Seite.

Hat Ihnen der Artikel gefallen?

1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5 (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Die Bewertungsfunktion ist vorübergehend ausgeschaltet.
Loading...