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Diabetes und Ausdauersport

Was ist Diabetes?

Die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen steigt von Jahr zu Jahr [1]. Viele Betroffene wissen selbst nicht, wie diese Krankheit zustande kommt und wie man sich richtig verhält, wenn man an Diabetes erkrankt. Einfach ausgedrückt, handelt es sich bei Diabetes um eine Krankheit, bei der die Zellen des menschlichen Körpers es verhindern, Glukose aufzunehmen. Ein Teil der Nahrung, die wir zu uns nehmen, wandelt sich im Körper in Glukose um. Das Hormon Insulin ist dafür zuständig, diese Glukose richtig aufzunehmen. Bei Diabetikern ist die Aufnahme von Glukose aufgrund fehlendem Insulin beeinträchtigt. Man unterscheidet zwei verschiedene Typen von Diabetes – Typ 1 und Typ 2.

Typ 1 Diabetes

Die meisten Menschen, die von Typ 1 betroffen sind, leiden schon seit Kindheitstagen an der Krankheit. Dass Insulin in ihrem Körper fehlt, schließt auf eine immunbedingte Fehlfunktion ihres Körpers, eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem zerstört hierbei die Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse das wichtige Insulin produzieren sollen. Aufgrund diesem Vorgang leiden Menschen mit Diabetes Typ 1 an Insulinmangel, welcher zur Folge hat, dass Glukose nicht in den Zellen aufgenommen wird. Dadurch bekommt die Leber das „Signal“, dass permanent Glukose neu gebildet werden muss – etwa 500 g jeden Tag [3]! Die Glukose bleibt im Blut und der Zuckerspiegel des Diabetes-Typ-1-Patienten steigt an. Auf diese Weise kommt es zu einer Übersäuerung des gesamten Bluts im Körper.

Der Patient hat in der Regel sehr viel Durst, weil der Körper ständig die Glukose über den Urin ausscheiden muss, und der Patient dadurch sehr oft Wasser lassen muss. Wenn der Patient nicht genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, kann es zu einer Dehydration (Austrocknung) des Körpers kommen, was sehr gefährlich ist! Eine Übersäuerung des Blutes führt oftmals dazu, dass der Patient ungewollt abnimmt. Zu viel Glukose im Blut kann die Augen schädigen und Organe wie zum Beispiel die Nieren angreifen. Weitere Symptome von Diabetes Typ 1 sind verschwommenes Sehen, Müdigkeit und Schwindelgefühle.

Für Menschen, die an Diabetes Typ 1 leiden, ist es sehr wichtig, sich regelmäßig vom Arzt untersuchen und ihre Werte überprüfen zu lassen. Ebenso sollte der Blutzuckerwert jeden Tag dreimal gemessen und notiert werden. Erhält der Patient nicht die geeigneten Medikamente, kann Diabetes sogar tödlich sein. Meist injizieren sich Patienten, die von Diabetes Typ 1 betroffen sind, das für ihren Körper so wichtige Insulin mit einer Spritze. Oftmals variiert die zu spritzende Menge jedoch. Wie viel Insulin der Körper benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Ernährung oder von der Bewegung des Patienten.

Typ 2 Diabetes

Viel häufiger als Typ 1 kommt Diabetes Typ 2 vor. Man nennt es auch „Alters-Diabetes“, wenn auch heutzutage schon sehr viele jungen Menschen daran erkranken. Diabetes Typ 2 bezeichnet man ebenfalls häufig als Wohlstandkrankheit, weil die meisten Menschen einfach zu wenig Bewegung haben, ihre Ernährungsgewohnheiten der körperlichen Tätigkeit jedoch nicht anpassen. Oft ist die Ernährung viel zu fett- oder zuckerhaltig. Bei längerer Zuführung ungesunder Nahrung kommt es oftmals zu diesem Typ Diabetes. Typisch für Diabetes Typ 2 ist die Insulinresistenz, bei der die Körperzellen schwächer auf das Hormon Insulin reagieren. Das Insulin ist zwar vorhanden, es ist aber nicht in der Lage seine Wirkung an die Zellmembranen zu entfalten.

Die Symptome, wenn sie auch zu Beginn der Krankheit häufig nicht bemerkt werden, sind ähnlich der Symptome von Diabetes Typ 1. Viele Menschen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, weisen erst nach einigen Jahren die typischen Symptome auf. Viele Patienten müssen mehrmals am Tag den Blutzuckerspiegel messen und sich Insulin zuführen – entweder in flüssiger Form per Spritze oder in Form von Tabletten.

Auch für Typ-2-Patienten ist die regelmäßige Kontrolle beim Diabetologen überaus wichtig, da sich der Wert bei anhaltenden schlechten Lebensgewohnheiten nachhaltig verschlechtern kann; das heißt, der Zuckerwert steigt schleichend in die Höhe. Oft, zum Beispiel nach dem (übermäßigen) Konsum von Alkohol oder nach üppigen, fett- oder zuckerlastigen Mahlzeiten, steigt der Blutzuckerwert auch mal rasch in die Höhe und es kann zu einem „Zuckerschock“ kommen. Oftmals ist es für Menschen, die von Diabetes Typ 2 betroffen sind, sinnvoll, an einer Schulung zum Thema Diabetes teilzunehmen. Informationen hierzu erhält die betroffene Person von seinem Diabetologen.

Warum ist Ausdauersport bei einer Diabetes Erkrankung so wichtig?

Die beste Möglichkeit, langfristig gegen Diabetes Typ 2 vorzugehen, ist es, jeden Tag ausreichend Bewegung zu haben.

Aerobes Ausdauertraining gegen Diabetes

Im Fall einer sportlichen Betätigung [2] ist es so, dass eine Steigerung der Insulinsensitivität induziert wird, und damit eine Abnahme der Insulinresistenz. Denn durch die physikalische Spannungserhöhung der Muskelfasern wird der transmembranöse Glukosetransport gesteigert und dies führt zur Blutzuckersenkung. Mit anderen Worten: Aktive Muskeln brauchen mehr Glukose als solche, die nur selten beansprucht werden. Wenn die in den Zellen gespeicherte Glukose aufgebraucht ist, füllen sich diese Zellen durch die Reserven auf, was dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel gesenkt wird.

Bewegungsprogramme für Diabetes 2 sollten die aerobe Ausdauer steigern, daher sind Ausdauersportarten empfehlenswert, bei denen möglichst große Muskelgruppen gegen einen möglichst geringen Widerstand beansprucht werden, wie z. B. Nordic-Walking, schnelles Gehen/Walken, Schwimmen oder Radfahren. Zu Hause bietet sich z.B. das Training auf dem Ergometer an. Dabei haben Forscher herausgefunden, dass wenn man dreimal täglich 10 Minuten [4] auf dem Ergometer trainiert sich die Blutzuckerwerte und die Werte für Glukosetoleranz und die Nüchternblutglukose signifikant verbessern. Wenn man dagegen einmal 30 Minuten am Tag trainiert, es zu keiner bedeutenden Verbesserung kommt. Mehrfache Trainingseinheiten am Tag sind also zu bevorzugen.

Die Trainingsintensität sollte immer auf die Krankheit abgestimmt werden. Auch das Arbeiten im heimischen Garten und Hausarbeit zählen zu körperlicher Betätigung und helfen, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten.

Betroffene, die zum Beispiel aufgrund ihrem hohen Alter körperlich nicht mehr in der Lage sind, Sport zu treiben, sollten unbedingt auf eine gesunde Ernährung achten und regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel überprüfen (lassen), sodass jederzeit sichergestellt ist, dass es nicht zu einer Verschlimmerung der Krankheit führt.

Besonders ältere Menschen haben oft nicht mehr die Kraft, Sport zu treiben oder lange Spaziergänge auf sich zu nehmen. Hier gibt es spezielle Trainingsgeräte für Senioren, wie z.B. ein Mini Trainingsrad, die dazu führen, dass immerhin ein wenig Bewegung stattfindet. Auch Menschen, die zwar körperlich noch fit sind, aber an anderen Krankheiten wie zum Beispiel Arthrose, Rheuma oder Herzkrankheiten leiden, sollten unbedingt mit ihrem Arzt oder Diabetologen besprechen, welche Art von Sport für sie am besten geeignet ist. Wer aufgrund der Diagnose Diabetes Typ 2 umgehend mit einer sportlichen Aktivität beginnen möchte, sollte unbedingt beachten, dass er sich nach und nach steigert und nicht schon am ersten Tag alles aus sich rausholen will. Dies führt oftmals zu Kreislaufproblemen oder Muskelkater. Sehr sinnvoll sind Activiy Armbänder bzw. Armbanduhren mit einem integriertem Schrittzähler. Hier hat man eine gute Übersicht darüber, wie viele Schritte man schon gegangen ist. Ein guter Wert sind bei gesunden Menschen etwa 10.000 Schritte. Menschen, die einen solchen Schrittzähler tragen, sollten beachten, dass viele dieser Uhren während Aktivitäten wie Schwimmen oder Radfahren keine Bewegungen erkennen und somit keine Schritte zählen.

Quellen

[1] spiegel.de: WHO-Bericht zu Diabetes: Die Welt ist zuckerkrank

[2] www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de: Diabetes, Sport und Bewegung, K. Esefeld, P. Zimmer, M. Stumvoll, M. Halle, 10/2016

[3] meine-gesundheit.de: Diabetes mellitus Typ 2

[4] diabetes-deutschland.de: Welche Form des Sports ist am besten für Menschen mit Diabetes?

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